Am Sonntag, dem 2. November um 14 Uhr erwarten die TSV-Kickerinnen im Kellerduell den SC 07 Bad Neuenahr. Um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze nicht zu verlieren, müssen die Crailsheimerinnen gegen den Tabellennachbarn endlich punkten. Die Rheinländerinnen stehen mit 5 Punkten auf dem Zweitletzten Platz der Tabelle und mussten am vergangenen Wochenende ebenfalls eine 0:4-Schlappe gegen den FCR 2001 Duisburg hinnehmen.
Mit freundlicher Genehmigung des TSV Crailsheim.
Ernüchterung und Enttäuschung bei den Spielerinnen, aber zusätzlich auch Verärgerung bei den Verantwortlichen, so lässt sich die Stimmungslage beim Bundesligisten TSV Crailsheim nach der bitteren 0:4-Pille in Essen beschreiben. Eine Stunde waren die Crailsheimerinnen beim Tabellenfünften ein fast gleichwertiger Gegner, am Ende setzte es durch mangelnde Cleverness, aber auch taktisches Fehlverhalten und nachlassende Kräfte eine viel zu hohe Niederlage. Allerdings blieb Trainer Müller während der Woche nur selten die Möglichkeit der Analyse, hielt sich die Zahl der Trainingsteilnehmerinnen doch ziemlich im überschaubaren Bereich. So hatte nämlich der Württembergische Fußballverband gleich sechs TSV-Kickerinnen zu einem Sichtungslehrgang der WFV-U20 Auswahl nach Ruit geladen, eine zu diesem Zeitpunkt völlig überflüssige Aktion. Allerdings hätte man sich im TSV-Lager auch ein klares Bekenntnis der betroffenen Spielerinnen zu ihrem Club gewünscht, um optimal vorbereitet in das sonntägliche Kellerderby gegen den SC 07 Bad Neuenahr gehen zu können.
Die Rheinländerinnen, die unter einer schier endlosen Verletzungswelle leiden, konnten bisher auch erst einen Sieg verbuchen und finden sich plötzlich auf einem Abstiegsplatz wieder. Die Schützlinge von Neu-Trainer Deniz Bakir scheinen nach dem Karriereende ihrer Galionsfigur Sandra Minnert vor allem im Abwehrbereich anfällig, obwohl mit der Unterfränkin Ursula Holl eine Meisterin ihres Fachs zwischen den Pfosten steht. Trotzdem gehen die Gäste als klarer Favorit ins Rennen, haben sie doch die Mehrzahl der direkten Vergleiche für sich entschieden und verfügen mit Isabell Bachor, der wieder genesenen Lydia Neumann und Nationalspielerin Lena Goessling gleich mehrere Akteure in ihren Reihen, die eine Partie alleine entscheiden können. “Wir müssen endlich Tore machen,” weiß Trainer Müller um die Schwächen seines Teams, das bisher nur ein winziges Törchen erzielte und das auch noch durch eine Abwehrspielerin (Cecilia Gaspar).
Beide Teams wissen natürlich um die Bedeutung der Partie, ein fußballerischer Leckerbissen ist demnach im Schönebürgstadion kaum zu erwarten. “Wir werden alles geben, um endlich zu einem Erfolgserlebnis zu kommen,” so Crailsheims Dauerläuferin Carolin Hörber. Die Personallage hat sich beim TSV etwas entspannt, so weit die Auswahlkickerinnen “unbeschädigt” in ihre Reihen zurückfinden. So hat sich Cecilia Gaspar mit eiserner Willenskraft nur zwei Wochen nach ihrer Blinddarmoperation ins Training zurückgemeldet und auch von Mannschaftsarzt Dr. Simsch grünes Licht für einen Einsatz bekommen, und mit Fanni Vago hat sich auch die zweite angeschlagene Ungarin wieder einsatzbereit gezeigt.
Mit der US-Amerikanerin Carolyn Nason ist bereits ein neues Gesicht im TSV-Training aufgetaucht, bei entsprechenden Erfolgserlebnissen könnten weitere folgen. Allerdings sind die Fußballfrauen des TSV Crailsheim in ein enges wirtschaftliches Korsett gezwängt, das zum jetzigen Zeitpunkt kaum große Sprünge zulässt. Trotz des unwirtlichen Herbstwetters hoffen die TSV-Frauen am Sonntag auf eine lautstarke Unterstützung durch ihren Anhang, der sich ebenso an einen Hoffnungs-Strohhalm klammert, wie Mannschaft und Trainer.










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