Deutschland zieht nach einem 2:1-Sieg über Kanada ins Viertelfinale der U20-WM ein, die Tore fielen allesamt erst in der Schlussviertelstunde. DR Kongo und Mexiko verabschieden sich wie am Tag zuvor auch Gastgeber Chile ohne Punktgewinn, die Zentralafrikanerinnen unterlagen Gruppensieger Japan mit 3:1 (2:1), Mexiko bekam Nordkoreas entschlossenen Kampf um das Weiterkommen im Rahmen eines 5:1 (3:0) zu spüren. Im vierten Spiel des Tages besiegelte Brasilien durch ein 3:0 (1:0) das Ausscheiden der Norwegerinnen, die sich als einziges europäisches Team nicht in ihrer Vorrundengruppe durchsetzen konnten.
Nach den zum Teil dramatischen Last-Minute-Entscheidungen vom Vortag standen auch am dritten Spieltag der Gruppen C und D einige enge Entscheidungen auf dem Spielplan. In Gruppe C kam es zum “Finale” um Platz zwei, da Deutschland und Kanada bei Punktgleichheit im direkten Duell den Qualifikanten für das Viertelfinale ausmachten. Kanada musste durch das schlechtere Torverhältnis auf Sieg spielen, war aber über weite Teile der Partie überraschend ungefährlich und mehr damit beschäftigt, in der Defensive Beton anzurühren. Die Feldüberlegenheit lag klar bei der Mannschaft von Trainerin Maren Meinert, brachte den DFB-Spielerinnen aber eher wenige klare Torchancen. Die beste Szene des ersten Durchgangs für Deutschland, das Nathalie Bock, Verena Faißt und Stephanie Goddart für Julia Simic, Marina Hegering und Marie Pollmann von Anfang an aufbot, kam in der 30. Minute, als die auf dem linken Flügel durchgestartete Katharina Baunach Goddart auflege. Der Schuss der Duisburgerin flog allerdings knapp am Gehäuse der Kanadierinnen vorbei, am Ende der ersten Halbzeit war ein 0:0 zu verzeichnen.
Auch nach dem seitenwechsel blieb Deutschland das stärkere und aktivere Team, Nicole Banecki kam zu mehreren Möglichkeiten, das erste Tor des Tages zu markieren, scheiterte aber unter anderem am Pfosten. Ebenso glücklos blieb Offensivmotor Kim Kulig, die in der 70. Minute einen Volleyschuss an die Unterkante der Latte donnerte.
Sieben Minuten später war der Torbann dann aber doch gebrochen, die lange Bianca Schmidt war nach einem Eckstoß mit dem Kopf zur Stelle und brachte ihr Team mit ihrem ersten Turniertor in Führung. Kanada reagierte auf diesen Rückstand allerding überraschend schnell, und nur vier weitere Minuten verstrichen, bevor Monica Lam-Feist mit einem Schuss aus knapp 15 Metern den Vorsprung egalisierte.
Die Nordamerikanerinnen konnten den Schwung des Ausgleichs allerdings nicht nutzen, um das Spiel zu drehen und den benötigten Siegtreffer zu erzielen. Stattdessen nutzte die eingewechselte Lisa Schwab vom 1. FC Saarbrücken einen Fehler in der kanadischen Hintermannschaft aus und traf in der Schlussminute zum 2:1-Endstand. Auch für Schwab war es der erste Treffer im laufenden Turnier.
Im zweiten Gruppenspiel trafen die bereits qualifizierten Japanerinnen auf die bereits ausgeschiedenen Kongolesinnen. Japan schonte einige Stammspielerinnen, war aber dennoch motiviert, einen Punktgewinn zu erringen, um den stark aufspielenden Brasilianerinnen im Viertelfinale aus dem Weg zu gehen. DR Kongo wollte sich würdig aus dem Turnier verabschieden und hoffte vielleicht auch darauf, nicht ohne Punkte nach Hause reisen zu müssen.
Schnell war allerdings klar, dass die Ostasiatinnen die Punkte viel lieber selber mitnehmen wollten. In einer stürmischen ersten Viertelstunde traf zunächst Japan in der 4. Minute; Mari Kawamura brachte den Ball auf das Tor und Nanu Mafualas Klärungsversuch endete im eigenen Tornetz. Nur zwei Minuten später zappelte der Ball wieder im Netz, diesmal aber auf der anderen Seite. Ein Versuch von Oliva Amani aus über 30 Metern überraschte Japans Torhüterin Erina Yamane offensichtlich und brachte den Kongolesinnen das erste Turniertor ein. Das Team von Coach Norio Sasaki reagierte jedoch im Stile einer Spitzenmannschaft und antwortete mit dem 2:1 durch Konomi Ataeyama, das auch nur vier Minuten auf sich warten ließ. Von da an hatte Japan das Spiel unter Kontrolle, hätte durch Ataeyama kurz nach der Führung fast sogar auf 3:1 erhöht. Diesen Endstand besorgte Rumi Utsugi in der 78. Minute.
Japan wird im rein asiatischen Viertelfinale in Santiago auf Nordkorea treffen, Deutschland begegnet Brasilien in Temuco.
Das Viertelfinale erreichten die Koreanerinnen durch einen eindrucksvollen 5:1-Sieg über Mexiko. Das Toreschießen begann in der 9. Minute durch Ryom Su Ok, noch vor der Halbzeitpause erhöhten Pak Kuk Hui (17.) und Choe Un Ju (39.) auf 3:0. Sollte zu diesem Zeitpunkt noch irgendjemand an der Dominanz des Titelverteidigers gezweifelt haben, so wurden diese Zweifel durch die Tore zum 4:0 von Ri Hyon Suk (53.) und zum 5:0 von Ri Ye Gyong (66.) entgültig weggewischt. Den Mexikanerinnen glückte immerhin noch ein Ehrentreffer durch Charlyn Corral in der 84. Minute.
Auch die Brasilianerinnen machten noch einmal ihren Anspruch auf den Titel deutlich, indem sie Norwegen mit 3:0 aus dem Wettbewerb verabschiedeten. Die Treffer fielen jeweils gegen Ende der beiden Spielhälften, bis zur 39. Minute konnten die Norwegerinnen das Unentschieden halten. Dann aber traf die brasilianische Spielführerin Erika auf Vorarbeit von Leah und schickte die Skandinavierinnen mit einem Tor Rückstand in die Kabine zur Pausenansprache. Auch in der zweiten Halbzeit ließen sich die Akteurinnen Zeit mit dem Abschluss, erst die letzten zehn Minuten der Partie brachten noch einmal Änderungen am Spielstand mit sich. Zuerst war es Daiane, die auf Zuspiel von Adriane den zweiten Treffer unterbrachte; in der 83. konnte Pamela dann sogar noch auf 3:0 erhöhen.
Das Viertelfinalewird am 30.11. und am 01.12. ausgetragen, gespielt wird noch einmal in allen vier Spielorten.
Der dritte Spieltag der Gruppen C und D im Überblick:
Gruppe C
Deutschland – Kanada 2:1 (0:0)
Deutschland: Vetterlein – Baunach, Henning, Schiewe (c), Kulig, Schmidt, Bock (54. Hegering), I. Kerschowski, N. Banecki (88. Keßler), Faißt, Goddart (64. Schwab)
Kanada: McNulty – Marton, Bouchard (c), Kyle (76. Lagonia), Riverso, Chapman, Lam-Feist, Josan (82. Goulding), Filigno, Stewart, Schacher (80. Armstrong)
Tore: 1:0 Schmidt (77.); 1:1 Lam-Feist (81.); 2:1 Schwab (90.)
Gelbe Karten: N. Banecki / –
Schiedsrichterin: Melksham (AUS)
Japan – DR Kongo 3:1 (2:1)
Japan: Yamane – Isokane, Kumagai, Utsugi (c), Tanaka, Kawamura (48. Goto), Ataeyama, Sakuramoto, Osafune, Arimachi (85. Kado), Sakai (54. Nakade)
DR Kongo: Buazo (52. Ngoy) – Bakatupidia (46. Bongo), Mengi, Kiuvu, Mafuala, Amani, Mafuta (72. Nzuzi Vumongo), Lumbu, Kuyangisa (c), Malembo, Neema
Tore: 1:0 Mafuala (4. [ET]); 1:1 Amani (6.); 2:1 Ataeyama (10.); 3:1 Utsugi (78.)
Gelbe Karten: – / Mafuala
Schiedsrichterin: Ionescu (ROU)
Gruppe D
Nordkorea – Mexiko 5:1 (3:0)
Nordkorea:
U.J. Kim – K.H. Pak, S.M. Yun, C.H. Kim, Y.G. Ri, U.J. Choe, U.S. Ra (c) (76. U.H. Ri), S.M. Hwang, S.O. Ryom (34. C.M. Kim), U.H. Ri, H.N. Cha (52. H.S. Ri)Mexiko: Vanegas – Ortiz, Gomez, Mercado (c), Corral, Mayor, Mendoza, Gallegos, Godoy (59. V. Hernandez), Garcia (69. Mendez), Garciamendez
Tore: 1:0 S.O Ryom (9.); 2:0 K.H. Pak (17.); 3:0 U.J. Choe (39.), 4:0 H.S. Ri (53.); 5:0 Y.G. Ri (66.); 5:1 Corral (84.)
Gelbe Karten: – / –
Schiedsrichterin: Gonzalez (CHI)
Norwegen – Brasilien 0:3 (0:1)
Norwegen: Thorbjornsen – Ree (64. Thorsnes), Walde, Lund, Wold (46. Hegland), Mjelde (c), Herlovsen, Isaksen, Enget (77. Wulf), Tarnes, Ryland
Brasilien: Viviane – Joyce, Calandrini (46. Daiane), Janaina, Leah, Adriane (82. Karen), Stephane, Erika (c), Francielle, Estergiane, Pamela (86. Ketlen)
Tore: 0:1 Erika (39.); 0:2 Daiane (80.); 0:3 Pamela (83.)
Gelbe Karten: Enget / Calandrini
Schiedsrichterin: Vargas (CRC)










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