Glückwunsch an die Fußballerinnen des FCR 2001 Duisburg: Nur sechs Tage nach dem überragenden 3:1 im UEFA-Pokal-Halbfinale gegen Lyon gewannen die Löwinnen auch das nationale Semifinale gegen den starken VfL Wolfsburg mit demselben Ergebnis (3:1/ 1:1) – und das völlig zu Recht.
Mit freundlicher Genehmigung des FCR 2001 Duisburg
Bericht: Rainer Zimmermann
Für die verletzte Kapitänin und Torjägerin Inka Grings (die Untersuchung ergab übrigens, dass Grings im Training ‘nur’ einen Muskelfaserriss erlitten hat und vielleicht in drei-vier Wochen wieder spielen kann) ließ Cheftrainerin Martina Voss Lira Bajramaj in der Mitte stürmen, J.Oster kam über rechts, T.Knaak über links, Spielfüherin L.Bresonik verteidigte erneut rechts hinten.
Und die Gastgeberinnen begannenvor beachtlichen 1720 Zuschauern beherzt und engagiert. Da auch die ‘Wölfinnen’ gut dagegenhielten, entwickelte sich ein rassiges Spiel mit vielen Zweikämpfen, vollem Körpereinsatz, aber zunächst wenigen Torszenen. Die zwei Mannschaften bekämpften sich eben zu intensiv im Mittelfeld, außerdem kam auch bei weitem nicht jedes Zuspiel an – weil es sehr hektisch zuging, eben ein echter Pokalfight.
Nachdem sich Duisburg Mitte der ersten Hälfte langsam, aber sicher die Feldüberlegenheit erobert hatte, fiel dann auch die logische Führung (24.): Nach guter Vorarbeit von Bajramaj und Oster trifft Femke Maes die Latte – und vom Rücken der Keeperin rollt der Ball dann über die Linie! Jubel, Erleichterung – aber vielleicht von beidem ein wenig zu viel; denn nur zwei Minuten später setzt sich die Ex-FCR-Stürmerin Shelley Thompson resolut in der Mitte durch und schlenzt den Ball aus 16 Meter ins Tor: 1:1 – und nun wurde das Spiel teilweise noch hektischer, auch weil das nicht immer sichere Schiedsrichter-Gespann in einer unübersichtlichen Strafraumsituation nach einem FCR-Treffer auf Abseits erkannte.
Die Pause wirkte irgendwie befreiend für die Löwinnen; denn in der zweiten Halbzeit boten die Gastgeberinnen dann im sonnenüberfluteten PCC-Stadion Fußball der Extraklasse: Es war ein Spiel auf ein Tor, das begeisterte – und dessen Spannung lediglich aus den vergebenen FCR-Torchancen bestand. Den erlösenden Treffer zum 2:1 (70.) erzielte dann eine Spielerin, der es jeder im Stadion von Herzen gegönnt hat: Martina Hegering traf mit einer sagenhaften Bogenlampe aus rund 30 Metern ins rechte obere Toreck – und
verdiente sich hinterher ein Sonderlob von Martina Voss. Zu Recht; denn zusammen mit Annemieke Kiesel liefern die beiden Woche für Woche excellente Arbeit im zentralen Mittelfeld ab.
Auch wenn Wolfsburg nun wieder ein wenig mehr nach vorne spielte, beherrschte der FCR die Partie doch weiter eindeutig (11:0 Ecken). Und als man schon glaubte, Schiedsfrau Wozniak wollte gar nicht mehr abpfeifen, köpfte Femke Maes nach feiner Flanke von Bresonik auch noch zum 3:1 ein (94.). Der Rest war Jubel, Freude und Party – und da wollte auch Ralf Kellermann, VfL-Trainer und früher MSV-Torwart, nicht nachstehen: “Ich kann die vielen Komplimente für meine Mannschaft nur teilweise annehmen; in der 2.Halbzeit spielte nämlich nur der FCR – Kompliment zum verdienten Sieg.”
Kollegin Voss lobte natürlich die gesamte Mannschaft, die ihre Klasse seit Wochen mit einer Topleistung nach der anderen beweise. Kritik gab es von der Cheftrainerin aber auch im Moment des großen Triumphes – an den Schiedsrichtern (”Heute hatten die Lesitung zwar keinen Einfluss auf das Ergebnis, aber es darf auch nicht sein, dass Schiedsrichter-Entscheidungen mitbestimmen, wer z.B. ins Pokalfinale einzieht”) und am Rahmenspielplan des DFB: “Das, was wir hier gerade erleben in punkto Terminansetzungen darf man mit einem Verein einfach nicht machen.”
Jubel heute, aber dann geht schon die Punktejagd weiter: am Mittwoch (17.30 Uhr) beim Herforder SV) und am Samstag (17 Uhr) gegen den SC Bad Neuenahr müssen die Löwinnen schon wieder ran, ehe ihre Auswahlspielerinnen am 22.April zur WM-Revanche gegen Brasilien antreten müssen.










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