Ein einziger Schritt genügt dem 1. FFC Turbine Potsdam zum Einzug ins DFB-Pokal-Finale im Berliner Olympiastadion. Und diesen Schritt wollen die „Turbinen“ am Montag im Potsdamer „Karl-Liebknecht-Stadion“ gehen, wenn die Mannschaft von Trainer Bernd Schröder den aktuellen Tabellenfünften der 2. Bundesliga/Süd, Erstligaabsteiger SG Wattenscheid, um 14 Uhr zum DFB-Pokal-Halbfinale empfängt.
Mit freundlicher Genehmigung des 1. FFC Turbine Potsdam
Die Zuschauer dürfen sich auf einen rassigen Pokalfight freuen, denn wenngleich der aktuelle Tabellenführer der Bundesliga, Turbine Potsdam, die Favoritenrolle nicht von sich weisen kann, bereiten sich die Gäste aus dem Ruhrpott auf das „Spiel ihres Lebens“ vor. So ließ deren Trainer Thomas Obliers bereits vor geraumer Zeit verlautbaren: „Da in der Liga ein richtig gutes Abschneiden nicht mehr möglich ist, gilt es jetzt im Pokal alle Kräfte zu mobilisieren. Das wird ein packender Fight, den wir am Ende für uns entscheiden wollen.“ Obliers hatte den Semifinal-Gegner Anfang Februar bei dessen 1:0-Sieg gegen den VfL Sindelfingen im Pokalviertelfinale genau unter die Lupe genommen, einige Tage später verfolgte er auch den 7:1-Sieg gegen den SC Freiburg im “Karl-Liebknecht-Stadion”. Doch als ehemaliger Coach des FCR Duisburg weiß Obliers ohnehin, was ihn und seine M annschaft im „Tollhaus Karli“ erwartet.
Die Potsdamerinnen haben zur Zeit einen Lauf, tankten insbesondere mit dem furiosen 7:1 gegen den SC Freiburg sowie den unerwarteten und klaren 3:0-Sieg bei Tabellenführer FCR Duisburg viel Selbstvertrauen. Gegen den amtierenden Triple-Sieger und langjährigen Erzrivalen 1. FFC Frankfurt gelang vor anderthalb Wochen ein achtbares 2:2-Remis, nachdem die „Turbinen“ zuvor bereits 2:0 in Führung gegangen waren.
Die Potsdamer „jungen Wilden“ wissen genau, worum es geht. Mit Jennifer Zietz, Anja Mittag, Viola Odebrecht, Aferdita Podvorica und Carolin Schiewe erlebten fünf „Torbienen“ die Stimmung eines DFB-Pokal-Endspiels in Berlin zwischen 2004 bis 2006 live mit – drei Mal in Folge konnten die Potsdamerinnen das Cup-Finale im Olympiastadion Berlin für sich entscheiden, drei Mal setzten sie sich gegen den FFC Frankfurt durch.
Das wird in diesem Jahr nicht möglich sein, schließlich schied der Rekord-Pokalsieger bereits früh aus dem Wettbewerb aus. Jedoch egal gegen wen es im Finale geht – die „Torbienen“ wollen am 13. April den Einzug ins Endspiel klar machen. Schließlich wird es vorerst das letzte Pokalfinale in Berlin sein, der DFB entschied unlängst, das Endspiel der Frauen in den nächsten beiden Jahren an einem anderen Ort als eigenständige Veranstaltung, abgekoppelt vom Pokalfinale der Männer, auszutragen. „Mit dem Einzug ins letzte Berliner Pokalfinale können wir Geschichte schreiben“, sagt Anja Mittag.
Für den 1. FFC Turbine Potsdam ist es also „das Spiel des Jahres“, so Trainer Bernd Schröder. Und dieses wird mit aller verfügbarer Konzentration und Ernsthaftigkeit angegangen. „Natürlich können wir die Favoritenrolle als Tabellenführer der Bundesliga in dieser Begegnung nicht von uns weisen“, erklärt Schröder. „Dennoch nehmen wir den Gegner sehr ernst. Wer eine kampfstarke Mannschaft wie die SG Essen-Schönebeck aus dem Wettbewerb schmeißt, ist nicht zu unterschätzen“.
Viel Respekt vor Spiel und Gegner hat auch Viola Odebrecht, die mit dem 1. FFC Turbine Potsdam 2004 und 2005 das Pokalfinale in Berlin bestritt, 2007 mit dem FCR Duisburg im Endspiel auflief: „Die Erinnerungen an bittere Pokalniederlagen, wie 2002 gegen dem Hamburger SV, sind allgegenwärtig. Das war damals ja eine vergleichbare Ausgangsituation. Wir werden Wattenscheid also auf keinen Fall unterschätzen“. Die Stimmung in der Mannschaft, die am Sonntag Nachmittag nach zwei trainingsfreien Tagen zum Abschlusstraining zusammenkommt, ist gut: „Wir sind alle heiß auf das Spiel, wollen den Einzug ins Pokalfinale zu 100 Prozent erreichen“, berichtet Viola Odebrecht.
Die Voraussetzungen für ein packendes Pokalspiel sind also gegeben. Die „Turbinen“ hoffen nun auf eine stimmungsvolle Kulisse am Ostermontag Nachmittag. Die Stadiontore öffnen um 12:30 Uhr, an den Tageskassen wird es noch ausreichend Karten in allen Kategorien geben.
Im zweiten Pokal-Halbfinale stehen sich bereits am Ostersamstag UEFA-Cup-Finalist FCR Duisburg und der VfL Wolfsburg gegenüber. Welches der beiden Teams sich auch immer am Ende durchsetzt – auf den Sieger der Begegnung im “Karli”, der in Berlin dann übrigens Heimrecht genießt, wartet im Endspiel ein würdiger Gegner.
Für alle Turbine-Fans und Medienvertreter, die das Spiel nicht live vor Ort im Stadion erleben können, bieten wir unseren gewohnten Turbine-Liveticker-Service an. Unter http://liveticker.turbine-potsdam.de berichten wir von allen Ereignissen rund um das Spiel.










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