Holt euch eure FF-Fanartikel!
Link zur Startseite
 

Schul-Fußball-WM 2009 – Neue Erkenntnisse zu chinesischen Betrugsvorwürfen

7. Mai 2009 · Keine Kommentare

Der bereits vor einigen Tagen erhobene Betrugsverdacht des chinesischen Teams bei der Schul-Fußball-WM der Mädchen im türkischen Antalya (7. bis 13. April 2009) hat sich nun bestätigt.

Mit freundlicher Genehmigung 1. FC Turbine Potsdam

So gestand der Direktor Zhang Jianling der Daping High School aus Chongqing (China) gegenüber chinesischen Medien vor wenigen Tagen ein, unerlaubt Spielerinnen der chinesischen Nationalmannschaft während der WM eingesetzt zu haben und gab damit dem steigenden Druck der regionalen Presse und Öffentlichkeit nach: „Was wir getan haben, war unsportlich. Wir bedauern dies zutiefst“, erklärte Jianling. Entgegen der Regularien der „International School Sport Federation“ (ISF), welche die Schul-WM durchführt, besuchen nur drei Spielerinnen der Mannschaft, welche die Schule beim Turnier in der Türkei vertraten, tatsächlich die Daping High School als Vollzeitschüler. Die restlichen 15 Teilnehmerinnen des insgesamt 18-köpfigen Kaders hatte Jianling aus verschiedenen National- und Auswahlteams aus ganz China rekrutiert: „Um das Turnier als beste Mannschaft abzu schließen, haben wir die Mannschaft mit fremden Spielerinnen verstärkt“, bekannte Jianling.

Seine Schule habe sich an den chinesischen Fußballverband (CFA) gewandt und um Unterstützung für die Schul-WM gebeten, erklärte Schul-Trainer Li Weiping. Der CFA soll unter dem Aspekt, seinen Auswahlspielerinnen hochklassige Spielpraxis zu ermöglichen, diese schließlich für die Schul-WM zur Daping  High School delegiert haben. Chinas Fußballverband dementiert bislang jegliches Wissen von derlei Aktivitäten, offizielle Statements im Zuge der erhobenen Vorwürfe blieben ebenso aus wie Antworten auf Presseanfragen zum Thema.

Erhofft hatte sich die Schule aus der 4,3-Millionen-Einwohner-Stadt von einer erfolgreichen Turnierteilname die Steigerung von Renommee und Popularität. Als sechst platzierte Mannschaft des nationalen Ausscheids war das Team aus Zentralchina erst nach dem Verzicht der fünf zuvor platzierten Mannschaften überhaupt in die Finalisten-Endrunde gerückt. Unterschätzt hatten

Nach einer 0:3-Niederlage gegen die Mannschaft der Potsdamer „Eliteschule des Mädchenfußballs“, welche komplett aus Spielerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam besteht, hatten die Chinesinnen die Potsdamerinnen im Finale erst im Penaltyschießen mit 8:6 (3:3 nach regulärer Spielzeit) überwinden können. Im Halbfinale hatte China die Französinnen mit 3:0 besiegt, das deutsche Team hatte sich hier knapp gegen Finnland mit 1:0 durchgesetzt.

Die zugrunde liegenden Regularien der ISF besagen, dass ausschließlich Schülerinnen einer Schule bei dem Turnier teilnahmeberechtigt sind, die ihre Einrichtung regelmäßig, d.h. täglich in Vollzeit besuchen. „Wir mussten vor der WM ein hochoffizielles Formular mit Name, Geburtsdatum und Schulstempel sowie Unterschrift für jede Spielerin ausfüllen“, berichtet Lehrertrainer Jürgen Theuerkorn, der die Potsdamerinnen in Antalya betreute. Dass diese Unterlagen von den Organisatoren vor Ort von ihm jedoch schließlich gar nicht mehr eingefordert wurden, machte Theuerkorn durchaus stutzig: „Vor Ort hatten wir jedoch keine Handhabe, darauf hinzuweisen, zumal die Organisation teilweise einer WM nicht würdig war und chaotisch ablief.“

Die lückenlose Aufklärung in dieser Angelegenheit steht bislang aus. Auf Nachfrage im Brandenburgischen Bildungsministerium als übergeordneter Institution der Sportschule Potsdam erklärte Ministeriumsmitarbeiter Eckhard Drewicke, der die Mannschaft im April in die Türkei begleitet hatte: „Wir haben die erhobenen Vorwürfe gegen das chinesische Team mit Bitte um Klärung an die Deutschland-Vertretung der ISF übergeben. Dort ist die Angelegenheit noch in Klärung“.

Norbert Kever, Geschäftsführer der ISF, zeigte sich ebenso unwissend: „Wir haben das chinesische Team bereits vor einigen Tagen um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten, die Antwort steht noch aus. Die von der chinesischen Schule vor der WM übermittelte Liste werden wir nun noch einmal genau überprüfen. Zuvor hatten wir keinen Anlass, an deren Richtigkeit zu zweifeln“.

Dass der Schuldirektor den Betrug bereits inzwischen öffentlich eingestanden hat, war Kever knapp zwei Wochen nach dessen öffentlicher Aussage immer noch unbekannt: „Unsere technische Kommission wird sich darum kümmern. Bestätigen sich die Vorwürfe, werden diese Vorkommnisse natürlich von der ISF bestraft und die Goldmedaillen sowie der Pokal nachträglich an den rechtmäßigen Gewinner übergeben“, versprach er die komplette Aufklärung dieser Angelegenheit.

Erleichterung machte sich hingegen bei Theuerkorn breit: „Ich hoffe sehr, dass sich am Ende die Gerechtigkeit durchsetzt. Wenn China betrogen hat, muss dies aufgeklärt werden. Unsere Spielerinnen haben Deutschland bei der WM würdig vertreten. Die nachträgliche Goldmedaille bedeutet die verdiente Würdigung der fantastischen Leistungen, die unsere Spielerinnen in Antalya gezeigt haben“.

Kategorie: FF>>For Girls · Weltweit

0 Kommentare bis jetzt ↓

  • Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Eintrag, aber über dieses Formular kann sich dies schnell ändern:

Einen Kommentar hinterlassen: