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Nach dem überragenden 7:0 über Potsdam: Fast 3000 begeisterte Fans feiern den Doppel-Pokalsieger

1. Juni 2009 · Keine Kommentare

2,1 Millionen Fernsehzuschauer sahen Finale – OB appelliert an den DFB

Duisburg (zi-) Das war das Sahnehäubchen auf zehn traumhafte Tage, mit denen sich der FCR 2001 für immer in den Archiven des DFB verewigt hat: Nach dem erstmaligen Gewinn des UEFA-Women’s-Cup und dem sensationellen 7:0 (2:0) im deutschen Pokalfinale gegen Turbine Potsdam wurden die Löwinnen  am Sonntagnachmittag von fast 3000 begeisterten Fans im Seehaus-Biergarten an der Wedau empfangen. Als die Meister-Kickerinnen im schmucken Ausgehanzug gegen 16.30 Uhr mit dem Bus aus Berlin in die Bertaallee einbogen, kannte der Jubel keine Grenzen mehr: „Ihr seit nach dem FC Barcelona nun die erfolgreichste Fußball-Mannschaft von Europa und Ihr seid das geilste Team überhaupt,“ jubelte ein begeisterter Vorsitzender Guido Lutz.

Mit freundlicher Genehmigung von Rainer Zimmermann (Radio Duisburg)

Und in der Tat, die Truppe hat wahrlich Geschichte geschrieben: Ungeschlagen wurde der FCR 2001 europäischer Vereinsmeister – und am Samstag zerlegte man im Olympiastadion vor mehr als 10.000 Besuchern die Truppe von Turbine Potsdam regelrecht. “Das macht mich sprachlos. Wenn die zwei spielstärksten Mannschaften aufeinandertreffen, und du gewinnst 7:0, dann ist das fern aller Realität. Ich musste mich zwischendurch kneifen und konnte es gar nicht glauben”, freute sich Cheftrainerin Martina Voss nach dem höchsten Finalsieg in der Geschichte des Wettbewerbs: “Wir haben heute ein überragendes Spiel gemacht. Wir sind einfach nur stolz.”
Vor dem Sieg mit perfekt herausgespielten Toren musste der FCR aber eine Zittersekunde überstehen. In der 18. Minute hatte die Potsdamer Nationalspielerin Babett Peter großes Pech mit einem Kopfball aus sechs Metern: Das Leder sprang vom linken an den rechten Innenpfosten und von dort zurück ins Feld.

Toll herausgespielte Tore und eine lange Nacht

Doch dann legten Lira Bajramaj und Annemieke Kiesel mit zwei wunderbar herausgespielten Toren den Grundstein für einen nie mehr gefährdeten Sieg, der dann auch entsprechend gefeiert wurde. Selbst die erfahrene Kapitänin Inka Grings war sichtlich beeindruckt: „Es ist unfassbar, ich bin überglücklich. Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Wir haben den Frauen-Fußball hervorragend präsentiert.“ Zufrieden auch Bajramaj, die leider (aus Sicht des FCR) nach Potsdam wechselt: „Es war mein Wunsch, mich mit zwei Titeln aus Duisburg zu verabschieden. Das ist mir gelungen. Ich bin super happy.“
Und dass diese konstant guten Leistungen inzwischen auch bundesweit registriert werden, zeigt die Einschaltquote bei diesem Spiel: Mit äußerst bemerkenswerten fast 2,2 Millionen Zuschauern meldete die ARD die höchste Einschaltquote des Tages – bis zum Beginn des Männerfinals.

Das hatten sich die erfolgreichen Kickerinnen noch größtenteils live angeschaut – um dann die Nacht zum Tage zu machen. Im traditionsreichen Charlottenburger Ratskeller und anschließend in einer angesagten Potsdamer Location bewiesen die Löwinnen, dass sie auch in der after-victory-Disziplin beachtliche Fähigkeiten haben.

OB will Vereinsanlage prüfen lassen

„Einige haben bis acht Uhr morgens gefeiert“, verriet Trainerin Martina Voss auf der Bühne, wo sie zum Abschluß der Feier mit Komponist und Textdichter Dirk Elfgen das Vereinslied „Samba im Schuh“ live vortrug – und noch einmal für Beifallsstürme sorgte. Vorher hatten die Siegerinnen mit teils krächzender Stimme, aber gutgelaunt im Gespräch mit FCR-Pressesprecher und Moderator Rainer Zimmermann Spiel und Feier kurz Revue passieren lassen und den vielen Fans die beiden Pokale präsentiert. Mit der kleinen, aber feinen Siegershow – die quirlige Irini Ioannidou betätigte sich als erfahrene Einpeitscherin – endete die improvisierte, aber sehr stimmungsvolle Fete.
Vorher, sozusagen im offiziellen Teil, beglückwünschte Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland die Mannschaft und übte Kritik an der anstehenden Vergabe des neuen Endspielorts für das Frauenfinale. Duisburg hatte sich beworben, verpasste aber die Endausscheidung, in der noch fünf Bewerberstädte im Rennen liegen: „Der DFB sollte mal nach Duisburg schauen, dann weiß er, wo das Finale hingehört. Es sollte ein Ort gewählt werden, wo Frauen-Fußball einen Stellenwert hat. In Duisburg hat der Frauen-Fußball den höchsten Stellenwert,“ rief Sauerland unter dem starken Beifall der Fans.
Immerhin hatte er ein kleines Trostpflaster für den FCR parat: Sauerland versprach, dass sich die Fachleute der Stadt einmal die Vereinsanlage an der Mündelheimer Straße genau ansehen. Der gesamte Komplex gehört der Stadt, Geschäftsstelle, Umkleidekabinen und auch die angrenzende Gaststätte bedürfen dringend der Renovierung.

Die Statistik des DFB-Pokalfinales 2009

Turbine Potsdam: Schumann – Monique Kerschowski, Schmidt, Draws, Peter – Odebrecht (46. Bagehorn), Zietz, Isabel Kerschowski – Larsen, Kaurin (55. Wich), Mittag, Kemme
FCR Duisburg: Längert – Bresonik, Krahn, Fuss, Popp – Laudehr (75. Knaak), Hegering (70. Hauer), Kiesel (56. Oster) – Maes, Bajramaj – Grings

Schiedsrichterin: Storch-Schäfer (Petersberg) – Zuschauer: 25 000 (offizielle DFB-Zahl)
Tore: 0:1 Bajramaj (28.), 0:2 Kiesel (37.), 0:3 Kiesel (47.), 0:4 Maes (50.), 0:5 Grings (54.), 0:6 Grings (86.), 0:7 Popp (90.)

Kategorie: 1. Bundesliga · DFB-Pokal · FF>>Liga & Vereine

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