Die Frauen-Bundesliga erlebt die spannendste Meisterschaftsentscheidung seit ihrer Gründung und die Fußballfrauen des TSV Crailsheim stecken mittendrin. Obwohl man sich im TSV-Lager schon seit Wochen mit dem Gang in die 2.Liga abfinden muss, steht das Crailsheimer Schönebürgstadion plötzlich im Mittelpunkt des Interesses. Hauptverantwortlicher für ein enormes Medien- und Zuschaueraufkommen sind die Wörle-Schützlinge des FC Bayern München, die sich anschicken, nach 33-jähriger Abstinenz wieder einen Meistertitel an die Isar zu holen und es damit besser zu machen, als ihre männlichen Vereinskollegen.
Mit freundlicher Genehmigung des TSV Crailsheim
Allerdings gab es für die Bayern-Mädels am vergangenen Mittwoch ein Schock-Erlebnis, als man vom frisch gebackenen UEFA- und DFB-Pokalsieger recht unsanft mit 0:4 vom Thron gestoßen wurde. Neuer Tabellenführer vor dem Saison-Halali ist nunmehr Turbine Potsdam (am Sonntag gegen Wolfsburg), das bei Punktgleichheit in der Tordifferenz um einen Treffer besser platziert ist. “Wir dürfen uns davon nicht aus der Bahn werfen lassen,” zeigte die Ex-Crailsheimerin Tanja Wörle sofort wieder Kampfgeist nach der verlorenen Partie vor über 3.000 Zuschauern in Aschheim, darunter der Bayern-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge.
Für die Crailsheimerinnen kommt es nach einer total verkorksten Saison noch einmal zu einem eigentlich ungeliebten Highlight, zumal die Bayern-Mädels beim Schlusslicht auf Torejagd gehen müssen, um nicht am Ende mit leeren Händen dazustehen. Im Hintergrund lauert nämlich auch noch der FCR Duisburg, der bei einem Zähler weniger die weitaus beste Tordifferenz hat. Beim TSV stehen die Zeichen auf Abschied, denn einige Spielerinnen werden den Verein verlassen, andere wünschen sich den lange ersehnten Urlaub, und auch Trainer Müller wird letztmals an der Außenlinie stehen. Personell ist die Lage beim TSV ohnehin nicht rosig, zumal auch noch der Einsatz von Lisa Wich stark gefährdet ist. Dafür brennt die zuletzt angeschlagene U17-Nationalstürmerin Annika Eberhardt auf ihren vorerst letzten Auftritt im TSV-Trikot, während man noch auf die Rückkehr von Cecilia Gaspar vom Länderspieleinsatz ihres ungarischen Teams gegen Slowenien wartet. Für den TSV kann es nur darum gehen, sich achtbar wie im Vorspiel aus der Affäre zu ziehen, als man zur Pause gar mit 1:0 in Führung lag, schlussendlich dann aber noch mit 1:4 den Kürzeren zog.
Sollte am Ende der Partie der Champion Bayern München heißen, wird es zu einem “großen Bahnhof” für die Bajuwarinnen kommen, denn der DFB hat mit den beiden Vizepräsidenten Hannelore Ratzeburg und Dr. Wolfgang Koch die erste Garde nach Crailsheim entsandt. Im ihrem Gepäck befindet sich die neue 7,1 kg schwere Meisterschale, die Bayern -Kapitänin Ulrike Schmetz allzu gerne ihren zahlreichen Fans präsentieren möchte.
Das TSV-Aufgebot: Kim Kaller, Annika Kirsamer, Daniela Held, Carolyn Nason, Kessy Schott, Heike Gaugler, Alisa Kürschner, Cecilia Gaspar, Ramona Treyer, Anika Höß, Carina Breunig, Carolin Hörber, Romina Kuffner, Annika Eberhardt, Lisa Wich (?), Jeannette Dyer.
Info:
Da durch das Fränkisch-Hohenlohesche Reitturnier ein Großteil des Volksfestplatzes belegt ist, werden auswärtige Besucher gebeten, die Parkplätze im Osten und am Schulzentrum zu benützen.
Ausschnitte der entscheidenden Spiele sind u.a. auch im dfb.tv zu sehen.
1.Frauenfußball-Bundesliga: 22. Spieltag
TSV Crailsheim – FC Bayern München
07.06.2009, 14 Uhr
Schönebürgstadion Crailsheim











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