Die mit allen Stars angereisten Löwinnen verloren diesmal gegen Saarbrücken
Mit einer bitteren und unerwarteten Enttäuschung endete das offizielle DFB-Hallenturnier aller Mannschaften der Frauenfußball-Bundesliga in Magdeburg für den FCR 2001 Duisburg: Nachdem man die eigene Vorgruppe ungeschlagen auf Platz 1 beendet hatte, schieden die Löwinnen bereits im Viertelfinale mit 3:5 gegen den Aufsteiger 1.FC Saarbrücken aus – und wiederholten damit exakt ihr trauriges Ergebnis aus dem Vorjahr, wo man bekanntlich ebenfalls in der ersten KO-Runde ausgeschieden war, damals gegen Essen-Schönebeck.
Mit freundlicher Genehmigung von Rainer Zimmermann für den 1. FCR Duisburg
Diesmal fanden die Löwinnen im 1.FC Saarbrücken ihren Meister – und damit gelang es den Aufsteigerinnen zum zweitenmal in dieser Saison, den UEFA-Pokalsieger gehörig zu ärgern: Nach dem schmerzlichen 1:1 im Punktespiel jetzt also die Niederlage im Hallenpokal – leider nicht einmal unverdient: Die Saarländerinnen stürmten vom Anpfiff an frech und unbekümmert nach vorne und wurden dafür auch belohnt. 2:0 stand es völlig überraschend zur ‚Halbzeit’; denn der 1.FC nutzte seine wenigen Chancen entschlossen, während die technisch und taktisch überlegenen Duisburgerinnen ihre schön heraus gespielten Möglichkeiten geradezu leichtfertig vergaben.
Dank einer Annike Krahn, die sich nun energisch in den Fight warf, glich der FCR durch Maes und Krahn und später noch einmal zum 3:3 durch Oster (nach toller Vorarbeit Krahn) aus. Doch in der letzten Minute wurden die Favoritinnen erneut Opfer ihrer Unkonzentriertheiten: Fehler im Abwehrverhalten bei einem Freistoß und einem Konter stellten das Ergebnis schnell auf 3:5 – und besiegelten das Aus für die Duisburgerinnen.
„Eine verdiente Niederlage“, konstatierte auch Guido Lutz „weil wir unsere zahlreichen Chancen nicht genutzt haben“. Der FCR-Vorsitzende machte nach der Niederlage aus seiner Enttäuschung auch gar keinen Hehl: „Man kann nicht zufrieden sein, wenn wir mit einer so starken Mannschaft, gespickt mit Welt- und Europameisterinnen, schon im Viertelfinale gegen einen Aufsteiger ausscheiden.“ Cheftrainerin Martina Voss-Tecklenburg sah das offenbar ähnlich; denn sie ordnete noch für den Sonntag, nach der Rückkehr aus Magdeburg, ein Sondertraining an.
Kein Gegentor in der Vorrunde
Einen neuen Rekord meldete das Turnier zu Beginn der KO-Runde mit genau 4341 Besuchern. Beim ersten Spiel des FCR gegen Bayern München war die Bördelandhalle allerdings erst zur Hälfte gefüllt. Kurzfristig war zu diesem Zeitpunkt noch Gülhiye Cengiz in den Kader gerutscht, die eigentlich nur wegen einer Ehrung durch den DFB mit nach Magdeburg gefahren war – nun ersetzte die Leistungsträgerin der 2.Mannschaft die erkrankte Turid Knaak.
In einem ausgeglichenen Spiel hatten die Duisburgerinnen zwar mehr Spielanteile, Torchancen waren aber Mangelware. Die beste hatte Elena Hauer, die in der 4. Minute den Innenpfosten traf. Kurz vor Schluss versagte die Schiedsrichterin einem Kopfballtreffer von Femke Maes wegen angeblichen Foulspiels die Anerkennung. Fazit: In Sachen Spielwitz und Durchschlagskraft gab es bei den Löwinnen nach diesem Turnierstart noch deutlich Luft nach oben.
Gegen den HSV sah man dann eine deutliche präsentere, überlegene FCR-Truppe, es dauerte aber bis zur 6. Minute, ehe die knapp 30 Duisburger Fans (morgens mit einem eigenen Bus angereist) den ersten Treffer bejubeln konnten: Mit einem trockenen Flachschuss eröffnete Alexandra Popp einen denkwürdigen Zwischenspurt; denn bis zur 10. Minute erzielten die Duisburgerinnen weitere vier Minuten – und zwar jeweils nach wunderbaren Kombinationen: noch zweimal Popp sowie Hauer (zum 2:0) und Wensing (5:0) erzielten die weiteren Treffer zum klaren 5:0.
Und dieses Ergebnis wurde dann im letzten Gruppenspiel noch einmal getoppt: gegen die restlos überforderten Freiburgerinnen gewann der FCR sogar mit 7:0 – und kassierte somit als einzige Mannschaft in der Vorrunde keinen Gegentreffer. Am munteren Toreschiessen für die Duisburgerinnen beteiligten sich Laudehr, Wensing, Bresonik, Cengiz, endlich auch Kapitänin Grings und mit zwei weiteren Toren übernahm Alexandra Popp die Führung in der Torschützenliste – und zumindest hier konnte der FCR einen ersten Platz belegen; denn sie gewann mit fünf Toren die Torjägerkrone.
Turbine Potsdam gewann übrigens völlig verdient, ohne einen einzigen Punktverlust und mit einem Torverhältnis von 22:3 den Pokal. Und damit nicht genug: Dem deutschen Meister und Bundesliga-Tabellenführer gelang mit diesem Sieg auch noch ein eindrucksvoller Hattrick bei diesen Hallenmasters.
Ein einziger – allerdings sehr kleiner – Trost bleibt dem FCR 2001 vielleicht durch den Verlauf des Halbfinals, in dem Saarbrücken den Potsdamerinnen entschlossen Gegenwehr leistete und nur mit 1:2 verlor.











0 Kommentare bis jetzt ↓
Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Eintrag, aber über dieses Formular kann sich dies schnell ändern:
Einen Kommentar hinterlassen: